BSV 2010 e.V. Geschäftsstelle - Hasenberger Weg 10 - 42897 Remscheid +49 2191 5919964 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Augen auf beim Welpenkauf


Checkliste für zukünftige Welpenkäufer

Mit dieser Checkliste möchten wir Ihnen eine Orientierung für die Auswahl eines verantwortungsvollen Züchters und Ihres zukünftigen Familienmitglieds geben.

Die ersten Lebenswochen eines Hundes haben einen entscheidenden Einfluss auf seine weitere Entwicklung. Eine verantwortungsvolle, zeitintensive Zucht und eine bestmögliche Aufzucht durch den Züchter und die Mutterhündin schaffen wichtige Voraussetzungen für einen guten Start ins Leben.

Doch woran erkennen Sie einen verantwortungsvollen Züchter?

Woran Sie einen guten Züchter erkennen

  • Ein verantwortungsvoller Züchter konzentriert sich idealerweise auf eine, höchstens zwei Rassen beziehungsweise Tierarten.

  • Die Anzahl der gehaltenen Tiere sollte so begrenzt sein, dass jedem einzelnen Tier ausreichend Zeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung durch den Züchter und seine Familie zuteilwerden kann. Idealerweise leben die Hunde als Teil der Familie.

  • Gute Zuchtstätten haben nicht das ganze Jahr über Welpen anzubieten – auch dann nicht, wenn mehrere Zuchttiere gehalten werden.

  • Die Welpen wachsen in hellen, sauberen und gepflegten Räumlichkeiten auf. Ab Ende der vierten Lebenswoche sollten sie zudem die Möglichkeit haben, ihre Umwelt auch im Freien kennenzulernen.

  • Ein verantwortungsvoller Züchter interessiert sich dafür, unter welchen Bedingungen sein Welpe zukünftig leben wird. Gleichzeitig erwartet er von den zukünftigen Besitzern, dass sie den Welpen möglichst bereits ab der dritten oder vierten Lebenswoche bis zur Abgabe regelmäßig besuchen und kennenlernen.

  • Bei einem seriösen Züchter gibt es keine vermeintlichen „Sonderangebote“ oder „Schnäppchen“. Für die Welpen gelten nachvollziehbare Festpreise. Welpen mit Abweichungen vom Rassestandard können gegebenenfalls zu einem reduzierten Preis abgegeben werden. Auch diese Welpen erhalten jedoch ihre Ahnentafel und werden, sofern erforderlich, von der Zucht ausgeschlossen.

  • Sie erhalten einen ausführlichen Kaufvertrag sowie Informationen zur Fütterung und Pflege. In der Regel gibt Ihnen der Züchter außerdem Futter für die ersten Tage im neuen Zuhause mit.

  • Ein guter Züchter zeigt Ihnen seine Hunde, deren Lebensumfeld und die Zuchtstätte offen und bereitwillig.

  • Sie erhalten die Möglichkeit, die für die Zucht relevanten Unterlagen der Elterntiere, der Welpen und der Zuchtstätte einzusehen. Die Dokumente sollten nachvollziehbar, vollständig und zweifelsfrei zuzuordnen sein.

  • Ein verantwortungsvoller Züchter bemüht sich um eine möglichst geeignete Verpaarung und kann Ihnen verständlich erläutern, warum er sich gerade für diese Kombination der Elterntiere entschieden hat.

  • Er spricht offen über rassetypische Erkrankungen und Probleme und kann nachvollziehbar erläutern, welche Maßnahmen er im Rahmen seiner Zucht ergreift, um Gesundheit, Wesen und Qualität der Hunde langfristig zu erhalten und zu verbessern. Häufige Wiederholungsverpaarungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

  • Die Hunde des Züchters begegnen ihm vertrauensvoll und machen einen gepflegten sowie gut ernährten Eindruck.

  • Sowohl die erwachsenen Hunde als auch die Welpen sollten gegenüber fremden Menschen weder ausgeprägte Angst noch Teilnahmslosigkeit zeigen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Hunde unterschiedliche Charaktere besitzen. Insbesondere Mutterhündinnen können während der Welpenaufzucht einen ausgeprägten Beschützerinstinkt zeigen und müssen es nicht begrüßen, wenn fremde Menschen ihre Welpen anfassen oder auf den Arm nehmen möchten.

    Auch anfängliche Zurückhaltung gegenüber Besuchern ist kein Zeichen für einen unsicheren Hund. Deutliches panisches Fluchtverhalten oder eine außergewöhnlich starke Unterwürfigkeit sollten Sie jedoch aufmerksam beobachten und gegebenenfalls zum Anlass nehmen, von einem Kauf Abstand zu nehmen.

  • Organisierte und einem Zuchtverein angeschlossene Züchter geben ihre Welpen grundsätzlich mit Abstammungsnachweis ab. Eine Wahl zwischen einem Welpen „mit oder ohne Papiere“ gibt es bei einem ordnungsgemäß betreuten Wurf nicht, da grundsätzlich alle Welpen eines Wurfes entsprechende Abstammungsnachweise erhalten. Eine Preisreduzierung allein aufgrund des Verzichts auf eine Ahnentafel ist daher nicht vorgesehen.

  • Die Welpen sind eindeutig gekennzeichnet, regelmäßig entwurmt, gechippt und ihrem Alter entsprechend geimpft. Bei der Abgabe verfügen sie über die erforderlichen Unterlagen beziehungsweise einen EU-Heimtierausweis.

  • Ein verantwortungsvoller Züchter drängt Sie nicht bereits beim ersten Besuch zu einer Entscheidung. Er gibt Ihnen ausreichend Zeit, sich den Kauf gut zu überlegen. Auch einen bereits etwas älteren Welpen wird er Ihnen nicht ohne vorheriges Kennenlernen und eine sorgfältige Entscheidung unmittelbar mitgeben.

  • Seriöse Züchter können nicht jederzeit Welpen „auf Bestellung“ anbieten. Wenn jederzeit und kurzfristig Welpen unterschiedlichster Herkunft verfügbar sind, sollten Sie besonders aufmerksam sein. Hinter solchen Angeboten können sich Tierhändler oder Welpen aus problematischen beziehungsweise tierschutzwidrigen Zuchtbedingungen verbergen.

    Auch wenn das Mitleid mit einem solchen Tier verständlich ist, unterstützt ein Mitleidskauf unter Umständen genau dieses System: Der verkaufte Welpe schafft Platz für das nächste Tier.

  • Ein guter Züchter fühlt sich auch nach der Abgabe seiner Welpen verantwortlich und steht Ihnen bei Fragen gerne mit Rat und Erfahrung zur Seite.

Was wird ein verantwortungsvoller Züchter von Ihnen erwarten?

Nicht nur Sie sollten den Züchter sorgfältig auswählen – auch ein verantwortungsvoller Züchter möchte wissen, wo und wie seine Hunde zukünftig leben werden.

Unser Wunsch ist, dass unsere Hunde ein dauerhaftes Zuhause finden und ihr gesamtes Leben bei ihren neuen Familien verbringen können. Deshalb sollten Sie die folgenden Fragen ehrlich beantworten – für sich selbst und gegenüber dem Züchter.

Eine unüberlegte Anschaffung und eine spätere Trennung sind weder für den Hund noch für seine Besitzer oder den Züchter eine schöne Situation.

Fragen, die Sie sich vor dem Kauf stellen sollten

  • Haben Sie jeden Tag ausreichend Zeit für einen Hund?

  • Wie lange müsste der Hund regelmäßig allein zu Hause bleiben? Auch ein ausgewachsener Hund sollte nicht übermäßig lange allein gelassen werden. Berücksichtigen Sie dabei nicht nur Ihre derzeitige berufliche Situation, sondern auch mögliche zukünftige Veränderungen in Beruf und Familienplanung.

  • Haben Sie dauerhaft die Zeit und die Bereitschaft, sich um Pflege, Haltung, Ernährung, Beschäftigung und Erziehung Ihres Hundes zu kümmern und sich mit den für Sie geltenden gesetzlichen Bestimmungen auseinanderzusetzen?

  • Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung eines Hundes einverstanden und soll der Hund selbstverständlich am Familienleben teilnehmen?

  • Können Sie Ihren Hund mit in den Urlaub nehmen oder gibt es für diese Zeit eine geeignete Betreuung?

  • Haben Sie zuverlässige Personen, die sich im Bedarfsfall um Ihren Hund kümmern können?

  • Bestehen innerhalb der Familie Allergien gegen Tierhaare?

  • Ist die Haltung eines Hundes dieser Größe in Ihrer Wohnung beziehungsweise laut Mietvertrag erlaubt?

  • Ist – sofern erforderlich – das Grundstück ausreichend gesichert beziehungsweise eingezäunt?

  • Sind Sie gerne draußen und können Ihrem Hund täglich ausreichend und artgerechte Bewegung bieten? Ein kurzer Spaziergang allein wird den Bedürfnissen eines Berner Sennenhundes nicht gerecht. Auch ein noch so großes Grundstück ersetzt gemeinsame Spaziergänge, Bewegung und Beschäftigung nicht.

  • Leben Sie möglichst ebenerdig oder können Sie gewährleisten, dass der Hund nicht ständig viele Treppen laufen muss? Bedenken Sie dabei auch, dass ein großer und schwerer Hund im Krankheitsfall möglicherweise zeitweise getragen oder beim Treppensteigen unterstützt werden muss.

  • Können Sie die laufenden Kosten für einen Hund dauerhaft tragen? Dazu gehören beispielsweise Hundesteuer, Impfungen, Entwurmung beziehungsweise Vorsorgemaßnahmen, hochwertiges Futter, Versicherungen und gegebenenfalls eine Hundeschule.

  • Verfügen Sie darüber hinaus über ausreichende finanzielle Reserven für unerwartete Tierarztkosten?

  • Können Sie und Ihr unmittelbares Umfeld mit einem Hund dieser Größe leben? Ein Berner Sennenhund bringt zwangsläufig Schmutz, Haare und Spuren des täglichen Hundelebens mit ins Haus. Das sprichwörtliche „Haar in der Suppe“ lässt sich dabei nicht immer vermeiden.

  • Besitzen Sie einen guten Staubsauger? Besonders während des Fellwechsels kann ein Berner Sennenhund beachtliche Mengen Haare verlieren.

  • Sind Sie bereit, Zeit und Arbeit in eine konsequente und liebevolle Erziehung zu investieren?

Gerade bei einem großen und kräftigen Hund ist eine gute Erziehung besonders wichtig. Ein gut sozialisierter und zuverlässiger Hund trägt wesentlich dazu bei, dass Hunde auch von ihrem gesellschaftlichen Umfeld positiv wahrgenommen werden.

Wir empfehlen daher den Besuch einer guten Hundeschule beziehungsweise eines geeigneten Trainingsangebots. Informieren Sie sich bereits vor der Anschaffung darüber, welche gesetzlichen Anforderungen für die Haltung eines Hundes dieser Größe an Ihrem Wohnort gelten. Je nach Bundesland oder Kommune können beispielsweise besondere Vorschriften, Nachweise oder andere Voraussetzungen bestehen. Auskunft hierzu erhalten Sie unter anderem bei Ihrem zuständigen Ordnungsamt.

Möchten Sie immer noch einen Berner Sennenhund?

Ja? Dann herzlichen Glückwunsch!

Mit einem Berner Sennenhund zieht ein ganz besonderer Begleiter in Ihr Leben ein. Das gemeinsame Leben mit einem Hund kann Bewegung, gemeinsame Erlebnisse und viele wertvolle Momente in den Alltag bringen. Auch Kinder können im Zusammenleben mit einem Hund viel über Verantwortung, Rücksichtnahme und den respektvollen Umgang mit einem anderen Lebewesen lernen.

Ein Berner Sennenhund kann zu einem treuen Freund und festen Bestandteil der Familie werden.

Trotz aller Vorfreude gilt jedoch: Kaufen Sie nicht übereilt den erstbesten Welpen.

Lassen Sie sich ausführlich beraten und nehmen Sie sich Zeit, verschiedene Züchter und Zuchtstätten kennenzulernen. Stellen Sie Fragen, sehen Sie sich die Hunde und deren Lebensbedingungen genau an und achten Sie darauf, dass Sie sich im Umgang mit dem Züchter gut aufgehoben fühlen.

Denn auch die persönliche Vertrauensbasis zwischen Käufer und Züchter ist wichtig – schließlich sollte der Kontakt idealerweise weit über den Tag der Welpenübergabe hinaus bestehen.

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung – zu Ihrem eigenen Wohl und vor allem zum Wohl Ihres zukünftigen Hundes.